Europa wird in den nächsten drei Monaten 42 Millionen Barrel aus den strategischen Ölreserven freigeben. Diese Ankündigung wurde von Roland Lescure, dem Wirtschaftsminister Frankreichs, am 7. November 1405 veröffentlicht. Ziel dieser Maßnahme ist es, die Kraftstoffpreise vor dem Winter zu senken.
Details zur Freigabe und Dieselmenge
Von den insgesamt 42 Millionen Barrel sind die Hälfte, also 21 Millionen Barrel, für Diesel vorgesehen. Lescure betonte, dass Frankreichs Anteil an dieser Menge 10 Millionen Barrel betragen wird und dieser Kraftstoff in den kommenden Tagen auf den Markt kommen wird. Die Lieferung dieses Diesels wird zum Selbstkostenpreis erfolgen, was bedeutet, dass der Verkäufer keinen Gewinn aus diesem Verkauf ziehen wird. Der französische Minister prognostizierte, dass die Preise um 12 bis 18 Cent pro Liter sinken werden und erwartet, dass die Preise ab nächster Woche auf diese Änderungen reagieren.
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Marktanalyse und Raffineriepolitik
Die Öllieferungen in Europa betragen im Durchschnitt etwa 460.000 Barrel pro Tag, von denen 230.000 Barrel für Diesel vorgesehen sind. Diese Maßnahme ist Teil des Oktober-Abkommens der G7, das die Freigabe von maximal 100 Millionen Barrel Rohöl und Kraftstoff über einen Zeitraum von 4 Monaten vorsieht. Außerdem erfolgt diese Maßnahme im Rahmen der Freigabe von 400 Millionen Barrel, die die Internationale Energieagentur koordiniert hat.
Diesel steht aufgrund seines hohen Verbrauchs in Europa, insbesondere in Zeiten, in denen Raffinerien im Nahen Osten beschädigt wurden und die Exporte aus Russland ebenfalls eingeschränkt sind, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Diese Umstände haben dazu geführt, dass die Futures für Diesel im September 200 Dollar pro Barrel überschritten haben. Dennoch konnte der Anstieg der Rohöl-Lieferungen aus dem Golf von Persien bisher nicht zu einer signifikanten Verbesserung der Exporte von verarbeiteten Kraftstoffen führen.
Europäische Politiker überdenken ihre Raffinerie-Strategie. In den letzten zwei Jahrzehnten war die Hauptpolitik des Kontinents die Schließung von Raffinerien. Dan Jørgensen, der Energiekommissar der Europäischen Union, bezeichnete diese Schließungen bei einem Treffen der Energieminister in Luxemburg als Fehler, und einer der Vorschläge war, die technischen Anforderungen zu vereinfachen, um die Produktion der verbleibenden Raffinerien zu steigern.
Diese Freigabe der Reserven erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Branchenleiter Anfang Oktober warnten, dass die globalen Ölreserven so weit gesunken sind, dass eine weitere große Störung die Preise erheblich erhöhen könnte. Daher wird, trotz der Freigabe von Diesel, die inländische Raffineriekapazität nicht ausreichen, um die Nachfrage zu decken, und Europa wird weiterhin auf importierte Kraftstoffe angewiesen sein.
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