Analysten von PVM Oil Associates haben prognostiziert, dass der Preis für Brentöl möglicherweise wieder auf 120 Dollar pro Barrel steigen könnte, da Angebotsstörungen im Nahen Osten, der Rückgang der Bestände und weitreichende Einschränkungen in den Raffinerieaktivitäten den Raum für Preiserhöhungen eingeengt haben.
Störungen in der Straße von Hormus und deren Auswirkungen
John Owens, Analyst bei PVM, sagte, dass die Möglichkeit, dass der Preis für Brentöl 120 Dollar erreicht, zu einem ernsten Thema geworden ist. Er wies darauf hin, dass die Strategien, die zuvor zur Minderung der Auswirkungen von Verkehrsbehinderungen in der Straße von Hormus wirksam waren, nun ihre Wirksamkeit verloren haben.
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Ursprünglich wurden die Störungen in der Straße von Hormus durch die Nutzung alternativer Seewege und die koordinierte Freigabe strategischer Ölreserven kontrolliert. Owens betonte jedoch, dass diese Optionen nun eingeschränkt sind und geopolitische Störungen auf andere Teile der Ölversorgungskette übergegriffen haben.
Auswirkungen des Transports und Raffinerieeinschränkungen
Die Ost-West-Pipeline Saudi-Arabiens, die einen wichtigen alternativen Transportweg bot, wurde aufgrund wiederholter Angriffe der Houthi vorübergehend stillgelegt. Diese Situation hat auch den Transport durch die Bab-el-Mandeb-Straße beeinträchtigt.
Tamas Varga, ein weiterer Analyst von PVM, wies ebenfalls darauf hin, dass die Hoffnungen auf eine diplomatische Einigung über die Straße von Hormus gesunken sind, was die aktuelle Situation erschwert hat. Er sagte: "In Ermangelung jeglicher Fortschritte werden die Preise nach unten begrenzt, und die Ölbestände, die von der Internationalen Energieagentur (IEA) prognostiziert wurden, werden schneller als erwartet abnehmen und bald nicht mehr verfügbar sein."
Die Raffinerieeinschränkungen haben ebenfalls zusätzlichen Druck auf den Markt ausgeübt. Owens verwies auf Störungen in der Raffineriekapazität in Russland, hohe Auslastungsraten in den Vereinigten Staaten und Indien sowie auf eingeschränkte Raffinerieaktivitäten im Persischen Golf. Diese Bedingungen haben zu einer Verknappung des Marktes für verbrauchsfertige Kraftstoffe, insbesondere Diesel, geführt.
Insgesamt sind die PVM-Analysten der Ansicht, dass es mit fortdauernden geopolitischen Störungen weniger Mechanismen gibt, um den Druck auf den Markt zu verringern. Das Ausbleiben einer Lösung für die Konflikte, die den Ölfluss beeinflussen, könnte zu anhaltend hohen Ölpreisen führen.
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