Die Großhandelspreise für Erdgas in Europa und Großbritannien sind am Dienstag leicht gesunken, nachdem sie am Vortag den höchsten Stand im Jahr 2023 erreicht hatten. Dieser Preisrückgang ist auf die Bemühungen der Märkte zurückzuführen, Gewinne in der Mitte einer riskanten Woche für die globalen Zentralbanken zu sichern.
Details zum Rückgang der Erdgaspreise
Der Erdgasvertrag in den Niederlanden für den nächsten Monat (TTF) fiel um 0,7 Prozent auf etwa 82,80 Euro pro Megawattstunde (MWh) und stabilisierte sich damit unter dem Höchststand vom Montag, der bei 83,40 Euro lag. In Großbritannien fiel der entsprechende NBP-Vertrag ebenfalls um 0,7 Prozent auf 200,10 Pence pro Therm. Dieser Preis liegt weiterhin über der wichtigen Marke von 200 Pence und hatte in den vorherigen Tagen den höchsten Stand seit mehreren Jahren erreicht.
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Situation der Gasspeicher in Europa
Die Erdgasspeicher in Europa haben etwa 68 Prozent ihrer Kapazität erreicht, was unter dem saisonalen Fünfjahresdurchschnitt liegt. Diese Situation belastet den Markt stark und hat zu zusätzlichen Marktbedenken geführt. Der CEO von JERA, Yukio Kani, warnte am Montag, dass die leeren Bestände in Europa die Stromnetze erheblich anfällig für langfristige Störungen in der Straße von Hormuz und den zunehmenden globalen Wettbewerb um sofortige LNG-Lieferungen machen.
Darüber hinaus haben die steigenden Spannungen im Roten Meer und der Anstieg des Brent-Rohölpreises auf 113 Dollar pro Barrel die Sorgen verstärkt. Saudi-Arabien hat den Iran für den Angriff auf seine Ost-West-Pipeline verantwortlich gemacht, der bis zu 4 Prozent des globalen Ölangebots stören könnte. Neue Angriffe der Houthi auf die Schifffahrtsrouten im Roten Meer haben den Normalisierungsprozess des Transports weiter verzögert.
Außerdem wurde ein wichtiges diplomatisches Treffen in Oman zur Verhandlung über die sichere Durchfahrt von Tankern durch die Straße von Hormuz plötzlich verschoben, was den LNG-Exportfluss Katars durch den Persischen Golf erheblich eingeschränkt hat. Nach der Erhöhung des Zinssatzes der Europäischen Zentralbank um 0,25 Prozent auf 2,50 Prozent am Donnerstag beginnt die Federal Reserve der Vereinigten Staaten am Dienstag ihre zweitägige FOMC-Sitzung, und die Märkte betrachten eine Zinserhöhung um 0,25 Prozent mit 90 Prozent Wahrscheinlichkeit.
Da die Energiekosten weiterhin steigen und die Preise anheizen, erwarten die Energieträger, dass die Zentralbanken von Frankfurt bis Washington bis 2027 restriktive Geldpolitiken fortsetzen, um das Auftreten sekundärer Preisschübe zu verhindern.
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