Händler auf den Ölmärkten in Asien, die als die größten Verbraucher von Rohöl der Welt gelten, prognostizieren, dass die Preise aufgrund sinkender Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Spannungen im Nahen Osten sowie aufgrund der steigenden Nachfrage nach physischen Öllieferungen wegen der hohen Gewinnmargen der Raffinerien weiterhin steigen werden.
Steigende Brent-Rohölpreise
Der Preis für Brent-Rohöl erreichte in der vergangenen Woche nach einem Angriff auf eine wichtige Öl-Pipeline in Saudi-Arabien erneut über 100 Dollar pro Barrel. Am Montag (23. September) stieg der Preis dieses Öls um 3 Prozent und erreichte den höchsten Stand seit Mai.
Aufwärtstrend auf den physischen Märkten
Der Aufwärtstrend der Preise hat sich auch auf die physischen Märkte ausgeweitet. Der Aufschlag für Dubai- und Oman-Rohöl erreichte in der vergangenen Woche den höchsten Stand seit März, was auf einen intensiven Wettbewerb um den Kauf von Öllieferungen hinweist. Auch der Aufschlag für Rohöl aus Westafrika, den USA und Südamerika hat in den letzten Monaten den höchsten Stand erreicht.
Das südkoreanische Unternehmen SK Energy kaufte in der vergangenen Woche 4 Millionen Barrel WTI-Rohöl aus den USA zur Lieferung im Dezember zu einem Preis von etwa 24 Dollar pro Barrel über den Brent-Swap-Transaktionen an der internationalen Börse in London. In der Zwischenzeit kaufte auch GS Caltex 2 Millionen Barrel US-Rohöl zu einem ähnlichen Aufschlag im Vergleich zum Dubai-Index für den Monat November.
Einfluss der Spannungen auf den Ölmarkt
Aufgrund des Rückgangs der Öllieferungen aus Iran und Russland stehen unabhängige Raffinerien in China unter Druck und suchen nach alternativen Quellen. Kürzlich kaufte das Chemieunternehmen Shenqi eine Lieferung von Al-Shaheen-Öl aus Katar zu einem Preis von etwa 23 Dollar pro Barrel über den Dubai-Preisen. Andreas H. Lin, stellvertretender Leiter des Geschäftsbereichs Erdölprodukte bei Equinor in Norwegen, wies auf der Asia-Pacific Petroleum Conference (APPEC) auf die positive Marktlage für Rohöl hin und fügte hinzu, dass Anzeichen für eine mögliche Angebotsknappheit auf dem Markt zu beobachten seien.
Das Institut S&P Global Energy prognostiziert, dass der durchschnittliche Rohölpreis im nächsten Jahr leicht unter 100 Dollar pro Barrel liegen wird. Bei anhaltenden Störungen in der Straße von Hormuz könnten die Preise auf 120 Dollar pro Barrel steigen, aber bei einer schnellen Erholung könnten sie unter 60 Dollar fallen.
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